Sooo und ausnahmsweise pünktlich, erscheint das schwere Thema xD Viele Depressionen beim Lesen wünsch ich euch, kann ja nich angehen, dass alle glücklich sind, weil Nikolaus ist
Ich weiß, dass ist ein ungewöhnliches Thema für mich, da ich normalerweise alles ins lächerliche ziehe und selten ernst bin, aber so langsam fühl ich mich alt -.-(ich weiß, dass ich erst 17 bin xD) Wer lieber wieder Schwachsinn und Ironie lesen möchte, einfach wegklicken und Donnerstag oder Sonntag wieder reinschauen
Aber wie komm ich überhaupt auf das Thema?
Vor einiger Zeit lief wieder von Take That – Patience im Radio und hinter mir hörte ich eine Stimme “Ja, das Lied ist auch schon wieder 5 Jahre alt”. Ich wollt es erst nicht glauben, schließlich konnt ich mich noch genau an den Kauf der Single erinnern, ebenso an das gemeinsame Singen des Liedes im Musikunterricht… in der 7. Oder 8. Klasse -.- Ich bin jetzt 11. Klasse + 1x Wiederholung, also ist das schon so verdammt lange her. Der Auslöser für diese Melancholie war jedoch mein Kalender, welchen ich heute (immerhin nur 3 Tage zu spät, manchmal muss ich den dann um 2 Monate später umschlagen xD <- Ja der Text ist schon vor Dienstag geschrieben xD). Ich erinnerte mich an den Tag, als ich dem Kalender bekommen hatte, ich erinner mich an meine Freude darüber, sowie an den Kauf des 2. Kalenders bereits letzten August, weil ich die Gelini’s so geil fand
(Die Unsinnigkeit über die ZWEI Kalender wird nur geringfügig besser, wenn man weiß, dass der Drachenkalender, also der erst erwähnte, ein Geburtstagsgeschenk war).
Wenn man klein ist, vergeht die Zeit gefühlt langsamer, das heißt eigentlich nicht, aber Kinder leben den Tag, es zählt, was HEUTE ist, morgen ist oftmals schon zu weit zum planen, geschweige denn nächste Woche… Die Zukunft ist in weiter Ferne, egal ob Kindergarten oder Grundschule, worum sollte man sich sorgen? Du kümmerst dich weder um den Kindergartenplatz, noch um die Grundschule. Dein Traumberuf? Feuerwehrmann, Polizist, Astronaut, Tierarzt, Sängerin oder Prinzessin. Die Realität schlägt dir erst in der 5. Oder 6. Klasse aufs Maul: Welche Oberschule wählst du? Gehst du aufs Gymnasium, Realschule oder bleibt nur die Wahl der Hauptschule? Gehst du auf eine Gesamtschule, um dir alle Wege offenzuhalten? Gehst du auf eine Schule in deiner Nähe? Gehst du auf dieselbe wie deine Freunde oder eine völlig andere?
Doch du merkst schnell, dass das noch leichte Entscheidungen waren. Dein Leben ist immer noch überschaubar geplant, deine größte Sorge ist dein Zeugnis, vorausgesetzt du interessierst dich noch für Schule… Steckst du in einer Trotzphase und denkst, die Schule ist eh scheiße, du brauchst das nicht oder bekommst du Druck von deinen Eltern, die von dir unmögliche Leistungen verlangen… Schaffst du das Probehalbjahr auf den Gymnasien, hast du Anschluss gefunden in deiner Klasse… Schwere Probleme, denkst du zu diesem Zeitpunkt, wie gern würdest du später zurückkehren und alles besser machen…
Die 8. Klasse wird schwerer vom Stoff her, so langsam musst du dir Gedanken um einen Job machen, nächstes Jahr ist Praktikum, nur 2-3 Wochen, aber es muss gewählt werden, was machst du also? Von den Kinderträumen ist nicht mehr viel übrig, zur Feuerwehr, Polizei will kaum noch jemand, singen ist vielleicht noch ein Hobby, Tierarzt vielleicht nicht mehr glamourös genug, von Astronaut ganz zu schweigen. Prinzessin wollen auch nur noch eine Mädchen(und 1,2 Jungs
) werden und auch sonst, woher sollst du JETZT wissen, was dein Beruf sein wird? Du bist 13 oder 14 Jahre alt, du sollst jetzt dein Leben planen? Einige Glückliche wissen genau was sie wollen, der Großteil denkt noch nach. Die Zeit ist um, die Bewerbungen sind raus, vielleicht auch nicht, dann wurdest du in einen Beruf geschickt, den die Schule für solche Zwecke offenhält.
Die 9. Klasse ist da, du hast das Praktikumsproblem wieder vergessen, denkst nicht mehr dran, bis es so weit ist. Der Unterricht wird immer schwerer, aus der “Originalbesetzung” der 7. Klasse sind einige schon ersetzt worden. Du wünscht dich oft an den Anfang zurück, der Kindergarten, selbst der damals verhasste Mittagsschlaf erscheint dir als schöne Beschäftigung, erklär mal deinem Lehrer, wieso du gegen 12 im Unterricht einschlafen darfst, da dein Körper den Schlaf braucht… Wie gerne würde man sich um die Probleme des Teddy-Klaus oder des Sandkuchen-zerstörens kümmern anstatt anzufangen binomische Formeln oder x und y auszurechnen…
Ist das Praktikum da, sammelst du erste Einblicke in die Berufswelt, du kriegst einen ungefähren Eindruck davon, ob der Job was für dich ist oder nicht. Du schreibst einen Praktikumsbericht, bekommst deine Bewertung am Ende, vergisst die Arbeitswelt schnell wieder, gliederst dich in den Schulplan wieder ein.
In der 10. Klasse kommt die Panik: Der MSA steht an, was tun, du willst gut abschließen, was kommt danach? In die Klassen kommen oft Jobberater, du machst vielleicht mehrere Tests um zu wissen, was als Job in Frage kommt, stellst im Nachhinein fest, so viel Zeit hättest du auch auf einem Justin Bieber Konzert verschwenden können, der Frust danach nimmt sich nicht viel, der MSA ist da, nach viel Druck mehr oder weniger vielen Stunden lernen. Du schreibst ihn, dein Gefühl für dein Ergebnis schwankt zwischen Steven Hawking und Patrick.
Das Ergebnis kommt, du hast dich schon vorher um eine Ausbildung gekümmert oder wusstest, du kannst weitermachen, die Oberstufe “besuchen”. Je nach Entscheidung hast du schon eine Entscheidung getroffen oder du hast dir 2-3 Jahre “erkauft”. Vielleicht hast du dich für das Fachabi entschieden, eine ungefähre Richtung für deinen Beruf gefunden.
Du arbeitest oder du lernst weiter… Es kommen Momente, in denen du dein Leben magst, Momente, in denen du wieder am Anfang stehen möchtest, mit deinem jetzigen Wissensstand, um dein Leben anders zu leben, andere Entscheidungen zu treffen, andere Wege zu gehen.
Immer wenn ich solche Momente habe, denk ich mir, das ist nicht der Sinn des Lebens. Das Leben IST Überraschung, selten Kalkulation. Die Tatsache, dass du eben nicht weißt, wie dein Leben genau verläuft macht es doch erst spannend.
P.S. Jetzt ist auch dieser gruselige Moment vorbei, ich denke in nächster Zeit wird kein ernster Text erscheinen, zumindest kein so schwerer… Was der Winter nur aus Menschen macht 
Eine schöne weitere, fröhlichere Woche
Selina